Pferde richtig eindecken

Kaum fallen die Temperaturen ein paar Grad werden viele Pferde wieder in Decken gehüllt. Aber brauchen sie diese wirklich? Im Normalfall nicht. Werden sie von Anfang an so natürlich wie möglich gehalten, kann die Thermoregulation das ganz alleine regeln.

Mein erstes Pferd wurde im Winter nach der Arbeit eingedeckt. 15 Minuten eine Abschwitzdecke drauf, dann eine leichte Winterdecke. Nach spätestens zwei Stunden kam diese wieder runter. Als Fjordpferd war er es gewohnt rund um die Ohr im Offenstall zu stehen und war so perfekt angepasst.

Woran erkenne ich, ob mein Pferd friert? Neben einem eindeutigen Zittern ganz leicht an den Ohren. Fühlt sich das untere Drittel kalt an, ist das ein sicheres Zeichen dass es dem Pferd zu kalt ist. Vielen Pferden reicht dann auch eine ungefütterte, wasser- und winddichte Decke.

Warum bekommt Shaman eine Decke? Früher hatte er nur die Abschwitzdecke. Trotz langem Fell hat er nicht lange zum Trocknen gebraucht. Er wurde weder übermäßig gebürstet, noch musste er im warmen, miefigen Stall stehen. Erst bei deutlichen Minusgraden bekam er eine leichte Decke drauf. Je älter er wurde, umso dicker musste die Decke werden. Er verbraucht sonst zu viel Energie um sich warm zu halten. Für die kalten Nächte und nach der Arbeit ist es perfekt, damit er nicht auskühlt. Sonst hab ich schon Magenschmerzen dabei, da wir nicht jederzeit hinkönnen und ihm die Decke abnehmen, sollte es wärmer werden.

Das ist ein großes Problem vieler Pferde – sie stehen schon bei deutlichen Plusgraden dick eingedeckt im warmen Stall, schwitzen darunter und holen sich dann erst recht was weg. Im Stall braucht wirklich kein Pferd eine Decke, es sei denn es herrscht Zugluft oder es ist krank.

Geschoren wurde Shaman noch nie. Bei vielen Pferden ist die Schur nötig, damit sie weiter trainiert werden können. Aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass die natürliche Thermoregulation dann völlig zerstört wird.

Lest selbst den folgenden Artikel:

http://pferdialog.de/thermoregulation-das-haeufig-missverstandene-thema/

deckeshaman

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15 Gedanken zu „Pferde richtig eindecken

      • Genau das ist das Problem – aus Bequemlichkeit wird oft eingedeckt. Nicht dass man das Pferd noch selbst anständig warm und trocken reiten muss, während die Thermoregulation das ganz toll allein hin bekommt…. Shaman darf sein Winterfell gern bekommen. In früheren Jahren bis zu 20 cm..!! Und nach der Abschwitzdecke ging er so auch im Winter wieder in den Offenstall und war ruck zuck trocken – ohne sich etwas wegzuholen. Aber das ist auch nur möglich, wenn die Pferde richtig gehalten werden.

        Ohhhh KWPN – die mag ich sehr gerne. Auch wenn sie mir persönlich einfach zu groß zum Reiten sind 😀

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  1. Danke für den interessanten Beitrag. Ist ja wie bei mir. Ohren kalt, ab unter die Decke 😉
    Aber Spaß beiseite… kürzlich sah ich zwei Pferde auf eine Weide stehen, die Beide eine Husse über den Augen hatten – also keine Scheuklappen, sondern richtig eine Art Mütze. Wofür nimmt man den Pferde tagsüber das „Licht“?
    Du als Profi weiss das doch bestimmt. Ich wäre beinahe ausgestiegen udn hätte sie gerettet, aber als unwissender bin ich dann doch lieber weiter gefahren. 🙂

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    • Hihi, die musst Du nicht retten 🙂 Das waren mit Sicherheit Fliegenmasken. Besonders an den Augen setzen sich die Fliegen oft fest, das führt zu Schleimaugen und Entzündungen. Vielen Pferden hilft es, wenn die Augen (auch die Ohren) unter der Maske verschwinden und sie ihre Ruhe haben. Shaman bräuchte so eine Maske eher beim Fressen. Er versenkt ja gerne den kompletten Kopf im Heu nachdem er sich ein Loch reingefressen hat 😉 Die Sicht ist dadurch natürlich eingeschränkt. Moderne Fliegenmasken passen sich besser an und lassen den Pferden ein gutes Blickfeld. Bei einigen Rassen und Farben (Albinos oder Cremellos z.B.) werden so auch die Augen vor intensiver Sonneneinstrahlung geschützt.

      Bei den Hunden ist es ja auch so ein Drama mit den Pullis und Mänteln. Diego braucht nur selten mal einen Mantel. Wenn es wirklich richtig eiskalt oder nasskalt mit Wind ist. Sonst tobt er auch bei Minusgraden noch munter durch den Schnee. Bei Kayla sieht es anders aus. Als Podenco fehlen ihr Unterwolle und Unterfettgewebe und selbst mit dickem Mantel muss ich sie praktisch vor die Tür tragen, weil es ihr einfach zu kalt ist zum Rausgehen 😉

      Liebe Grüße, Frauke

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    • Genau so ist es. Aber die Menschen sind bequem und decken lieber ein. Auf dem Fjordgestüt damals sind wir vor und nach der „Arbeit“ mindestens 20 Minuten Schritt geritten. Dann eine Abschwitzdecke drauf für 15 Minuten und fertig war s. Selten dass sie länger eine Decke tragen mussten. Wenn es einen triftigen Grund gibt, sind Decken eine tolle Sache. Aber in mehr als der Hälfte der Fälle sind sie unnötig bzw. nur nötig, weil Mensch die Pferde falsch hält…

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      • Genau! Schlimm finde ich auch, wenn Pferde nicht raus kommen, damit sie kein Winterfell bekommen. Dann bleibt nur noch eindecken damit sie sich nicht erkälten. Und warum? Damit der Reiter es schön bequem hat. Mit artgerechter Haltung hat das nichts zu tun.

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      • Einfach ätzend. Und bloß keinen Schritt reiten oder führen. Nö nö, der Gaul hat gefälligst sofort für Trab und Galopp bereit zu stehen. Eine Stunde durch die Halle oder über den Platz scheuchen und schön pumpend wie ein Maikäfer eingehüllt in tausend Decken in die Box..! 😦 Eine Ponystute hatte sich durch diese „Behandlung“ gleich mal ne schwere Lungenentzündung geholt. Die kleine Reiterin wollte auch danach nicht einsehen, dass sie sie mindestens 15 Minuten im Schritt trocken reiten sollte..

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  2. Mein Pferd wird auch kaum eingedeckt. Was mir auch sehr wichtig ist. Nur bei Regen friert meine Stute leider, weswegen sie eine Regendecke benötigt. Diese trägt sie aber wirklich nur bei Regen 🙂

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    • Hallo und danke für Deinen Kommentar 🙂 Ich sag s ja immer wieder, das ist eine individuelle Sache und wer friert, sollte auch was drüber bekommen 🙂 Selbst Shaman weiß seine (leichtere) Winterdecke mittlerweile zu schätzen wenn es nasskalt ist 🙂

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