Morgens im Stall

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Da ist die Welt noch in Ordnung. Wir sind spätestens kurz nach acht da, dann haben wir Ruhe vor dem Reitbetrieb.

Meine Mama hab ich mit den Zwergen gleich in den Wald geschickt. Klein Frieda mit ihren 4 Monaten ist einfach so penetrant nervig, dass sie die Geduld verlieren könnten. Bis jetzt haben sie sie sehr freundlich gemaßregelt. Mir bleibt oft nix anderes übrig als Frieda kurz hoch zunehmen, damit sie mit den Zwergen in Ruhe los oder sie ins Auto setzen kann. Da sie immer mit Otto frei auf dem Hof läuft, nicht so einfach. Sie ist zuckersüß (ich versuche Fotos zu machen), aber auch wenn sie grad richtig gemaßregelt wurde, rutscht sie – den Bauch zeigend – unter die Zwerge, bockt sie auf, springt sie an und mit zweien an der Leine ist es einfach unmöglich sie abzuwehren. Ich hoffe sehr es gibt sich, wenn sie älter wird. Otto lässt sich ja so gut wie alles von ihr gefallen. Meine nicht 😉

Nun blieb nur eine wichtige Frage. Wie komm ich auf Shaman, wenn sie nicht da ist um gegen zu halten..? Für alle die es nicht wissen, krankheitsbedingt brauche ich länger zum Aufsteigen. Ein Impuls im Fuß wird wohl nicht mehr ausgelöst, dann noch die „Wackel-Knie“ durch die Fibromyalgie. Ich bin früher schon mehrfach auf dem Hintern gelandet, weil ich durch den Druck auf die Gelenke beim Aufsteigen keine Kontrolle mehr über Bein und Fuß hatte. Zudem nutzt Shaman oft jede Chance sofort loszulaufen. Früher kein Problem. Da war ich ruckzuck oben. Normal hält sie immer am anderen Steigbügel gegen, das ist schonender für s Pferd. Nun ist es für mich noch wichtiger, damit ich mich sicher in den Sattel schwingen kann. Von unten aufsteigen hab ich mich heut nicht getraut. Blieb nur noch eine Lösung. Die Aufstieghilfe 😀

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Auf dem Foto ist eine der Aufstieghilfen draußen zu sehen. Die in der Halle ist kleiner und wackeliger. Ich hab damit gerechnet dass es hunderte Versuche dauern wird Shaman davon zu überzeugen ruhig stehen zu bleiben. Er dreht auch gerne im falschen Augenblick den Hintern weg 😉 Also nachgurten und ihn ranbugsieren. Steht. Kriegt das Kommando stehen zu bleiben. Ich musste hinter ihm rum laufen, da vorne die Bande im Weg war. Und er läuft zwei Schritte weiter. Drecksack 😀 Also einmal umdrehen und wieder hinbugsieren. Dieses Mal habe ich bei jedem meiner Schritte das Kommando zum Stillstehen gegeben. Die Zügel lagen locker gekreuzt um das Sattelhorn. Jetzt das nächste Problem. Auf die Aufstieghilfe krabbeln. Muss ich oft praktisch auf allen vieren machen, da ich sonst das Gleichgewicht verliere. Bestimmt ein brüllend komischer Anblick 😀 Oben angekommen stand Shaman immer noch, die Ohren aufmerksam zu mir. Toll. Also ab in den Sattel. Da hat er einen Schritt nach vorn gemacht. Kein Thema, gelobt wurde er da trotzdem schon. Ab sofort werde ich diese jedes Mal benutzen, damit er es endlich lernt. Er wird erst 24, ich geb nicht auf 😀

Nach einer halben Stunde in der Halle, etwas Trab, Galopp und Schenkelweichen, durfte er noch im Schritt etwas ins Gelände. Die Tür hab ich von Shaman aus aufgemacht. Grund-Repertoire eines Westernpferdes 😀 Auch wenn es etwas schwierig war, da  der Türgriff so wahnsinnig tief hängt 😀

Frieda und Otto kamen ein Stück mit. Meine Mama und die Zwerge kamen mir schon entgegen. Ich hab dann Diego übernommen, falls Frieda doch noch auftaucht. Bei mir, vor allem wenn man ihn allein hat, benimmt er sich besser und ruhiger. Er muss lernen, wie wir, da drüber zu stehen und sie zu ignorieren.

Morgen wollte ich wieder richtig ausreiten. Es hat grad angefangen zu schneien. Wenn das so weiter geht, kann ich das vergessen :-/

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8 Gedanken zu „Morgens im Stall

  1. Ach man das tut mich echt leid für Dich. Ich habe nicht gewusst, dass Du solche Schwierigkeiten mit Deinen Bewegungen hast. Hoffentlich sind alle die das lesen und ihren Körper gut bewegen können, sehr, sehr dankbar dafür. Ich bin es!
    So eine Aufstieghilfe habe ich das erste Mal im Fernsehen gesehen. Ich hatte zweimal kurze Zeit Reitunterricht. Einmal auf einem riesengroßen Wallach. Das war schon ein Problem, den Fuß in den Steigbügel zu bekommen. Aber da musste ich mich aus eigener Kraft hochangeln. Keine Aufstiegshilfe weit und breit.
    Drück Dich! ❤

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    • Ich frag mich immer wie ich früher, mit 10/11 Jahren auf 1,70 m große Pferde gekommen bin 😀 Selbst wenn man den Steigbügel da gaaanz lang gestellt hat, dann hing man trotzdem mit dem Bauch vor dem Sattel und das Bein war zu kurz um rüber zu kommen 😀 Ich mag handliche Pferde bis 1,55 m, da komm ich wenigstens noch so rauf. Bei den tunesischen Arabern in Hammamet hatte ich schon Probleme und brauchte Unterstützung. Die waren größer 😀

      Aufstieghilfen sind eine große Erleichterung. Vor allem für die Wirbelsäulen der Pferde.

      Das muss Dir nicht leid tun ❤ Ich finde für jedes Problem eine Lösung 🙂 So bald ich drauf bin ist auch meist alles gut. Aber ich stimme Dir zu, jeder sollte dankbar sein wenn er sich ohne Einschränkung bewegen kann. Man weiß erst wenn s damit vorbei ist wie viel das Wert ist. Immerhin bekomm ich meinen Fuß wieder allein in den Steigbügel 😀 Ich hab auch zu Hause immer Übungen gemacht, damit das wieder besser klappt. Eine Zeit musste ich mit beiden Händen den Fuß in den Steigbügel stopfen. Kann man sich so vorstellen, als wenn man den schlimmsten Muskelkater aller Zeiten hat und versucht n Betonklotz hochzuhieven 😀 Aber eins kann ich Dir sagen – wer den nächsten blöden Spruch bringt, wenn mir das wieder passiert, der kann was erleben *har har har* Da hört der Spaß auf.

      Der Wallach muss ja wirklich riesig gewesen sein 😀 Hoffentlich war er wenigstens brav 😀 Die großen Pferde bin ich meist im Winter geritten. Die waren völlig gaga, sind permanent buckelnd durchgegangen und ich hab mich dann geweigert im Winter zu reiten. Ich hatte ja noch meine Pflegepferde die ich betüddeln konnte 🙂

      Knuddel ❤

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      • Ne, der war nicht brav. Ist bei jedem Pups durchgegangen. Hab mir deshalb eine andere Reitschule gesucht. Der war so riesig. Beim absteigen dauerte es eine Weile bis ich auf dem Boden ankam. 😉
        Es muss wirklich schlimm sein, wenn man sich so schlecht bewegen kann. Ich kenn so was in der Art, wenn ich mir den Rücken verrenkt habe. Dann geht auch so gut wie gar nix. Aber das verschwindet irgendwann wieder. Bei Dir ist es etwas anderes. Und das tut mir wirklich leid für Dich. Ich kann mich immer selbst heilen und bin soooo dankbar dafür.
        Drück Dich ❤

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      • Wenigstens konntest Du absteigen und bist nicht im hohen Bogen geflogen 😀 Es gibt immer wieder Bewegungen die ich nur schlecht oder mal gar nicht ausführen kann. Da kann ich mit leben. Nur die extremen Schmerzen in den Knien waren der Horror. Davor hab ich wirklich Angst, dass ich irgendwann vor Schmerzen nicht mehr laufen kann. Manchmal wünschte ich Shaman wäre ein Dromedar. Dann könnte ich ihm wenigstens beibringen sich hinzulegen und erst aufzustehen wenn ich sicher sitze 😀 ❤

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