Ausritt im Nebel

Nach einer sehr doofen Nacht (jede Drehung hat unfassbar im Hals weh getan und ich drehe mich sehr oft…) bin ich kurz nach sechs aufgestanden. Diego war eh wach und Kayla musste wohl oder übel mit aufstehen. Auch wenn sie versucht hat der Decke hinterher zu krabbeln 😉 Die letzten zwei  Monate sind wir nie später als halb sieben hoch.

Bei knackigen 9 Grad musste ich sogar meine Winterjacke anziehen. Sonst wäre ich im Wald erfroren. Kayla wurde auch eingepackt, Diego macht das noch nix. Er ist froh, dass es mal nicht so heiß ist.

Mir tut jeder Knochen weh, aber reiten ging komischerweise super. Nur keine schnellen Drehungen mit dem Kopf. Also ab durch den Nebel in den Wald. Hätte ich gewusst dass er sich heute teils aufführt wie Rotz am Ärmel, wäre ich nur die kleine Runde geritten.

Kaum über die Straße, fing er an den Araber raushängen zu lassen. Extrem guckig, der Kopf ruckte nur so von rechts nach links. Kleine Anmerkung: Der Araber wurde jahrhundertelang darauf gezüchtet den Kopf oben zu tragen und weit in alle Richtungen zu schauen um den Reiter notfalls schnell warnen und fliehen zu können. Was also machen viele Reiter nun falsch..? Sie zerren den Arabern den Kopf mit aller Macht auf die Brust, nehmen ihm jede Sicht und machen ihn nur noch nervöser. Was nicht selten zu völligen Aussetzern und schweren Unfällen führt. Und am Ende heißt es der durchgeknallte, unreitbare Araber wäre schuld. Möp. Ist er nicht. Aber wie bremse ich denn nun richtig? Ganz einfach. Enge Wendungen. Oft reicht bei Shaman schon wenn ich den linken Zügel annehme und über den Widerrist nach rechts führe. Dann bremst er ab und holt mal wieder Luft. Selten, dass ich mal mit beiden Zügeln ein deutliche Bremse ausführen muss. Das ist ihm unangenehm und er schlägt sofort mit dem Kopf. Lässt sich aber nicht immer vermeiden, denn Sicherheit geht vor. Hört er auf nichts mehr, muss ich ihn auch mal nicht so nett bremsen.

Auf unserer alten Galoppstrecke sah es aus als hätte ne Bombe eingeschlagen. Normal sind wir die ca. 1,5 km im Galopp durch. Auch mal nur Trab oder Schritt. Aber die Strecke war einfach toll zum Galoppieren. Heute ging es nur im Schleichtempo voran. Ständig hingen Bäume im Weg oder lagen so blöd, dass wir drüber trampeln mussten, da es an der Seite auch kein Vorbeikommen gab. Dazu tiefe Krater im Boden. Meine Mama hat Verbot die Strecke mit ihm zu gehen, bis das wieder ordentlich aussieht. Ich hatte wirklich meine Mühe ihn zu halten, er war kaum noch zu bremsen. Die Hirsche röhrten sich gegenseitig von einem Ende des Waldes zum anderen an. Die Hirschkühe liefen immer wieder neben uns oder kreuzten den Weg. Und dann… so 50 Meter vor uns läuft ein riesiger, schwarzer Keiler über den Weg. Was für ein Tempo… Ich hab mir eingeredet das ist einfach ein Hirsch in Sonderfarbe im Körper einer Hyäne! 😀 Vor Wildschweinen hab ich wirklich mächtig Respekt.

Als wir wieder auf dem Rückweg über die Straße sind, wollte Shaman tatsächlich noch mal die ganze Straße langlaufen. Nix. Ab nach Hause 😀 Endlich konnte er auch wieder ein ganzes Stück flott traben. Nachdem er sich beruhigt hatte und der Weg entsprechend gut war. Der Rest war sehr entspannt. So 20 Minuten vor dem Stall bin ich abgestiegen, hab noch ein paar Fotos gemacht und dann sind wir zurück.

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9 Gedanken zu „Ausritt im Nebel

  1. Ganz tolle Fotos von der Morgenstimmung, liebe Frauke. Ich freue mich, dass Du (schon) wieder reiten konntest. Ich halte die Daumen, dass Dein Hals/Nacken auch bald wieder ganz in Ordnung kommt. Und dass Deine Gehirnerschuetterung keine Nachwehen haben wird.
    Hab‘ einen feinen Restsonntag,
    Pit

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